Prekäre Interessen
Das Verhältnis von öffentlichen Kunstmuseen zu privaten Sammlungen und Fördermitteln in Deutschland
- Nathalie Carr
Abstract (DE)
Seit Entstehung der ersten öffentlichen Museen Mitte des 18. Jahrhunderts gibt es Diskussionen um den Öffentlichkeitsstatus von Museen und deren in Deutschland im Wesentlichen staatlich finanzierten Absicherung. Allerdings lässt sich nicht abstreiten, dass die meisten in-nerdeutschen Museen, hinsichtlich der Kürzung von Ankaufsetats, der Museumsdefinition des International Council of Museums (ICOM), im Sinne des fortwährenden Erwerbens und Sammelns, nicht allein durch Mittel der öffentlichen Hand gerecht werden können, sondern für die Akzession von Exponaten, die Finanzierung von (Sonder-)Ausstellungen oder Ver-mittlungsprojekten zunehmend auf private Drittmittel wie auch die monetäre Unterstützung durch MäzenatInnen, Fördervereine, Unternehmen oder Leihgaben von PrivatsammlerInnen zurückgreifen müssen. Dadurch entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen öffentlichen Museen und privaten Fördermitteln, welches es differenziert zu betrachten gilt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Verhältnis von öffentlichen Museen zu privaten Sammlungen sowie zu privaten Fördermitteln zu untersuchen, zu diskutieren und zu evaluieren, welche Grundvoraussetzungen für eine beiderseitig sinnhafte Zusammenarbeit gegeben sein müssen.
Abstract (EN)
Since the emergence of the first public museums in the middle of the 18th century, there have been discussions about the public status of museums and their substantially state-financed means in Germany to ensure the durability of these institutions. However, it cannot be denied that most German museums, with regard to the reduction of purchase budgets, could not do justice to the museum definition of the International Council of Museums (ICOM), in the sense of continuous acquisition and collecting, through the public sector alone and thus, for the accession of new exhibits, the financing of (special)exhibitions or education projects have to fall back on private third-party funds such as monetary support from patrons, support associations, companies or loans from private collectors and are continuously more dependent on these support systems. This creates a dependency of public museums on private funding, which must be viewed in a more differentiated way. The aim of the present work is to investigate the relationship between public museums and private collections as well as pri-vate funding and evaluate which basic requirements must be met for a meaningful, reciprocal collaboration.
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